• Süß oder bitter? Tanküberlagerung für Direktsaft

Die meisten Betreiber von Tankanlagen zeigen durch geschickten Einsatz von Druckreglern, die ein Schutzgas innerhalb eines Tanks in einem präzise definierten Rahmen (bis 5 Mbar) regeln, dass sie ein einfaches Prinzip verstanden haben. Kleiner Einstelldruck -> geringer Durchfluss des Stickstoffs -> geringerer Verlust des teuren Gases bei gleichbleibender Schutzfunktion!

Von der neuen in die alte Welt. Gärungsprobleme von Direktsaft stellt Tanküberlagerung vor ein unerwartetes Problem.

Kaum ein anderes Getränk erfrischt und begeistert Menschen auf der ganzen Welt so wie der Saft der Orange. Doch wissen die wenigstens Menschen etwas über den beschwerlichen Weg der runden Frucht von der Plantage in den heimischen Supermarkt.

Brasilien in Südamerika ist einer der weltweit größten Produzenten und Lieferanten der Zitrusfrucht. Über den  Seeweg gelangen die Orangen nach Europa, von wo aus sie, vorwiegend in Italien, weiterverarbeitet werden. Dass diese eingefleischten Landratten unterwegs seekrank werden, ist allerdings ein weit verbreitetes Problem der Branche, welches den süßen Geschmack scheinbar über Nacht bitter werden lässt.

Unverhofft kommt oft. Plötzliche Gärung des Saftkonzentrates  zerfrisst Tankwände und Gewinnaussichten.

Der Transport über den Seeweg findet oftmals nicht als Frucht, sondern bereits in flüssiger Form, als Direktsaft oder Saftkonzentrat, statt. Insbesondere Direktsäfte sind während der langen Reise nach Europa vielen schädlichen Einflussfaktoren ausgesetzt, welche letztlich zu Gärung, Verderb und dadurch auch zum Produktionsausfall führen können! Einer der Hauptgründe für den plötzlichen Verfall der Ware ist unerwünschter Sauerstoff  im Lagertank. Wenn die Zitronensäure mit dem Sauerstoff reagiert, kann darüber hinaus nicht nur der Inhalt komplett verderben, sondern es können sogar die Transporttanks selbst beschädigt werden, da sie durch die plötzlich auftretende Oxidation schneller korrodieren.

Vorsicht kommt vor dem Verfall. Auf Regelgenauigkeit und Reduktionsverhältnis kommt es an!

Es gibt durchaus Lösungsansätze, um der Korrosion und dem Verderb entgegen zu wirken. Eine Möglichkeit wäre der Einsatz von Stickstoff, welcher als Schutzgas in den Tank gefüllt wird und somit den Sauerstoff verdrängt und der Oxidation vorbeugt. Stickstoff bleibt allerdings weiterhin ein teures Gas, deshalb sind sowohl der Druckbereich als auch die konstante Regelung des Gases wichtige Parameter. Überdruck im Tank führt folglich dazu, dass Gas abgeleitet werden muss und es sinnlos in der Atmosphäre vergeht. Auch bei Reglern mit Manometeranschlüssen verfliegt das teure Gas in kleinen Mengen – das investierte Geld verpufft sprichwörtlich vor den eigenen Augen! Bei einem durchschnittlichen Preis von 35 – 45 Euro für 50 Liter Industriestickstoff rächen sich selbst kleinste verschwendete Mengen. Empfehlenswert ist also ein kleiner Druckbereich, in dem das Schutzgas geregelt wird.

Was lange fährt, wird endlich gut. Von sinkenden Risiken, konstanten Reglern und steigenden Gewinnen…

Mittels der geschickten Kombination aus Stickstoff und selbsttätigen Regelarmaturen kann der Saft langfristig vor Verderb geschützt werden. Durch die verminderte Korrosionsgefahr wird außerdem der Transporttank selbst deutlich länger haltbar. Des Weiteren können durch den geringeren Verlust von  Stickstoff die Produktionskosten gesenkt und nachhaltig Gewinne gesteigert werden. Nicht zuletzt solche Akzente in der Produktion sorgen dafür, dass das Geschäft mit der runden Frucht weiterhin für alle Seiten einen süßen Geschmack hinterlässt.

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